Papus

Papus – Der Architekt der modernen westlichen Esoterik

Papus – mit bürgerlichem Namen Gérard Anaclet Vincent Encausse – zählt zu den prägendsten Persönlichkeiten der okkulten Renaissance des 19. Jahrhunderts. Als Arzt, Okkultist, Autor und Ordensgründer verband er wissenschaftliches Denken mit spiritueller Tiefe. Seine Werke, insbesondere Le Tarot des Bohémiens, Traité méthodique de science occulte und Der praktische Kabbalist, beeinflussen bis heute die Esoterik-Szene weltweit.

Wer war Papus?

Papus wurde 1865 im spanischen La Coruña geboren und starb 1916 in Paris. Der Sohn einer französisch-spanischen Familie studierte Medizin in Paris und war zugleich fasziniert von den verborgenen Strukturen des Daseins – von Magie, Kabbala, Alchemie und dem Tarot.

Sein Pseudonym „Papus“ entlehnte er der alten griechischen Gnosis. Es bedeutet: „Der Arzt der Seele“ – ein Titel, der sein Lebenswerk treffend beschreibt.

Die Einflüsse auf Papus: Lévi, Kabbala und Pythagoras

Papus sah sich in der Tradition der hermetischen Philosophie. Besonders prägten ihn:

  • Eliphas Lévi (1810–1875): Der französische Magier und Autor des Schlüsselwerks Dogme et Rituel de la Haute Magie beeinflusste Papus’ Sicht auf die Kabbala, das astrale Licht und die okkulte Symbolik maßgeblich.

  • Die pythagoreische Lehre: Zahlen als kosmische Prinzipien und die Idee einer geistigen Weltordnung sind Kernbestandteile von Papus’ System.

  • Die jüdische Kabbala: Papus popularisierte das sephirothische System, das Zusammenspiel von Buchstaben, Zahlen und Schöpfung – insbesondere in Der praktische Kabbalist.

Sein Ziel war es, die okkulten Wissenschaften systematisch und praxisnah zugänglich zu machen – für Eingeweihte ebenso wie für ernsthafte Suchende.

Papus als Autor: Schlüsselwerke und ihr Einfluss

1. Le Tarot des Bohémiens

Papus deutet das Tarot als symbolischen Schlüssel zur Einweihung. Er verknüpft die Karten mit der Kabbala, der astrologischen Symbolik und dem Baum des Lebens. Bis heute beeinflusst dieses Werk die esoterische Deutungspraxis – es diente als Vorlage für viele spätere Tarotsysteme.

2. Traité méthodique de science occulte

Ein umfassender Leitfaden zu den okkulten Disziplinen: Magie, Theurgie, Alchemie, Astrologie, Numerologie, Kabbala. Papus beschreibt die Prinzipien, Werkzeuge und Rituale der spirituellen Praxis – in einer klar strukturierten, fast didaktischen Form.

3. Der praktische Kabbalist

Papus bringt hier eine leicht verständliche Einführung in die symbolische Kabbala, ideal für alle, die die geistige Struktur des Universums anhand von Buchstaben, Zahlen und Pfaden verstehen wollen.

Zusammenarbeit mit anderen Okkultisten

Papus war hervorragend vernetzt. Er arbeitete mit zahlreichen okkulten Persönlichkeiten seiner Zeit zusammen, darunter:

  • Stanislas de Guaita: Poet, Magier und Mitgründer des Kabbalistischen Ordens der Rose+Kreuz. Gemeinsam legten sie das Fundament für eine moderne westliche Esoterik.

  • Joséphin Péladan: Gründer der Salons de la Rose+Croix – einer Bewegung, die Esoterik, Kunst und Symbolismus verband.

  • Marc Haven: Freund, Schüler und medizinischer Kollege. Gemeinsam trugen sie zur Verbreitung spiritueller Medizin und Einweihungslehren bei.

Papus war zudem eng mit Martinisten, Freimaurern und Rosenkreuzern verbunden. Er begründete die Martinistische Bewegung neu und verknüpfte sie mit einem Einweihungssystem nach Louis-Claude de Saint-Martin.

Der Einfluss von Papus auf spätere Generationen

Papus beeinflusste eine ganze Generation von Okkultisten und Esoterikern:

  • Aleister Crowley kannte seine Schriften und setzte sich kritisch mit ihnen auseinander.

  • Gérard Heym, Oswald Wirth, Paul Sédir und viele andere entwickelten Papus’ Lehren weiter oder ergänzten sie um eigene Ansätze.

  • Moderne Tarot-Schulen, Kabbalisten und Ritualmagier stützen sich bis heute auf seine Systematisierung symbolischer Prinzipien.

Sein Ansatz – nicht nur glauben, sondern verstehen und wirken – ist ein bleibendes Vermächtnis.

Warum Papus heute noch relevant ist

In einer Zeit, in der Spiritualität oft zwischen esoterischer Beliebigkeit und religiösem Dogma schwankt, ist Papus aktueller denn je. Er bietet ein symbolisch durchdrungenes, aber zugleich intellektuell verantwortliches System, das auf Erkenntnis, Struktur und Transformation basiert – fernab von bloßem Glauben oder bloßer Technik. Seine Werke sind deshalb Pflichtlektüre für alle, die das Tarot tiefer verstehen wollen, sich ernsthaft für die Kabbala und ihre symbolische Ordnung interessieren oder magisch-spirituelle Systeme nicht nur anwenden, sondern auch in ihrer inneren Logik begreifen möchten. Papus verbindet praktisches Wissen mit geistiger Tiefe – und genau darin liegt sein bleibender Wert.

Infobox: Gérard Encausse (Papus)

Geburtsdatum: 13.07.1865
Geburtsort: La Coruña, Spanien
Sterbedatum: 25.10.1916
Beruf: Arzt (spezialisiert auf Hypnose), Okkultist, Autor
Veröffentlichungen: Traité méthodique de science occulte, 1891, Le Tarot des Bohémiens, 1889, Der praktische Kabbalist,  1892

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